Chronik der Bläsergruppe

Die Geschichte der Bläsergruppe des Jagdvereins Rheingau e.V.

Der in Johannisberg lebende Karl Grundler bekam 1967 im Alter von 15 Jahren von seinem Schwager aus Aachen ein Fürst Pless-Jagdhorn geschenkt, weil er bereits mit großem Interesse seinen Vater zur Jagd begleitete.

Der ebenfalls in Johannisberg lebende und jagdlich interessierte Jakob Schönwetter kaufte sich darauf hin ebenfalls ein Jagdhorn.

Die Beiden trafen sich dann täglich und eigneten sich anhand eines DJV-Notenbüchleins, das zu den Signalen außer den Noten auch die dazugehörigen Texte enthielt sowie anhand eines Kassettenrecorders innerhalb kürzester Zeit die wichtigsten Jagdsignale an. Bereits im gleichen Jahr nahmen sie als Treiber und Jagdhornbläser an den Treibjagden in den Rheingauer Revieren teil.

Schnell gesellten sich mehrere Natur- und Jagdhorn interessierte junge Leute hinzu, die sich regelmäßig jeden Donnerstag zum Üben in Jakobs Gewölbekeller trafen. Dort wurden auch schon Märsche und Fanfarenstücke eingeübt.

Die Gruppe vergrößerte sich in einem Jahr auf 9 Bläser. Die Gruppe bestand 1968  somit aus den Bläsern K. Gilles, K. Grundler, J. Schönwetter, J. Zenner, S. Demmer, G. Schaubmar, E. Heinrich, M. Münzer und R. Worch.

Schon vor ihrer Jägerprüfung waren die Jugendlichen bei den Jagden als Treiber und Bläser gern gesehene Gäste.

Am 9. Februar 1968 waren die Bläser zur Hubertusjagd im Bereich des Kastanienwäldchens in Rüdesheim eingeladen und umrahmten den Jagdtag mit Hörnerklang. Darüber hinaus halfen die Bläser 1968 in jeder freien Minute Herrn K. Gilles beim Aufbau der Adlerwarte Rüdesheim am Niederwalddenkmal, die heute noch besteht.

Im Herbst 1968 ergab es sich anlässlich einer Treibjagd im Revier von Hans Ohlig in Oestrich-Winkel, dass der damalige Vorsitzende des Jagdvereins Rheingau Herr Karl Tress die Bläsergruppe für den Jagdverein gewinnen konnte.

Unter der musikalischen Leitung von Herrn Willi Basting und J. Schönwetter als Hornmeister wurden die Bläser dann zur offiziellen Bläsergruppe des Jagdvereins Rheingau (JVR) s. Protokoll vom Dezember 1968.

Im darauf folgenden Jahr 1969 vertrat die Bläsergruppe bereits den JVR beim Landeswettbewerb im Jagdhornblasen in Darmstadt-Kranichstein. Auf Anhieb konnte die Gruppe einen 2. Platz erringen. Der Erfolg setzte sich weiter fort mit unzähligen Preisen bei Landeswettbewerben im Jagdhornblasen im gesamten Bundesgebiet. Die Bläsergruppe des JVR erhielt neben den Preisen des LJV- Hessen mehrfach goldene Auszeichnungen der Landesverbände von Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Als höchste Auszeichnung erhielt sie 1973 beim Bundeswettbewerb im Jagdhornblasen die goldene Hornfesselspange des DJV.

Durch den Ankauf von Parforcehörnern konnte das musikalische Repertoire erheblich erweitert werden. Bereits 1974 konnte zum 25-jährigen Bestehen des Jagdvereins Rheingau eine feierliche Hubertusmesse im Kloster Eberbach gestaltet werden.

Zu der Bläsergruppe kamen 1969 A. Demmer hinzu, es folgte 1970 der Bläser R. Christ, 1973 die Bläser E. Blank, F. Neumann, R. Ohlig und R. Endler, 1974 dann G. Daniel, 1975 die Bläser K. Nieten, U. Lehner und O. Harras, 1978 H. Wagner, der noch heute als 86- jähriger passionierter Jäger aktives Mitglied in der Bläsergruppe  ist.

Als Hornmeister waren nach J. Schönwetter die Herren S. Demmer, und Herr V. Fischer tätig.  Seit 2012 unterrichtet die Hornistin Frau A. Roos die Bläsergruppe musikalisch sehr intensiv. Herr J. Zenner war nach Herrn R. Kraft viele Jahre bis Ende des Jahres 2017  stellvertretender Hornmeister bei Herrn Fischer und Frau Roos.

Das Amt des Bläserobmannes, der die Bläsergruppe nach Außen und Innen vertritt sowie die Auftritte der Gruppe organisiert, hatten bisher nach Herrn S. Demmer die Herren R. Kraft, S. Kirchner und M. Wilke inne. Seit 2016 vertritt J. Wiedenhöfer die Bläsergruppe mit großem Engagement.

Als wichtigste Aufgabe sieht die Bläsergruppe die Förderung des jagdlichen Brauchtums und die Unterstützung des JVR bei Veranstaltungen und bei seiner Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu gehört u.a. auch der Bläserauftritt bei Jubiläumsfeiern von Mitgliedern des JVR. Aber auch bei der Beisetzung verstorbener Jäger blasen die Jagdhornbläser stets den letzten Gruß „Jagd vorbei – Halali“ am Grab.

Das jagdliche Geschehen erhält durch seine Sitten und Gebräuche, die mit der Ausübung der Jagd verbunden sind, seine besondere Note. Für den waidgerechten Jäger ist es eine Selbstverständlichkeit das Brauchtum zu pflegen und es den Gegebenheiten anzupassen.

Der DJV sieht in der Pflege des Jagdhornblasens mehr als nur die Ausübung überlieferten jagdlichen Brauchtums. Er ist der Auffassung, dass die Jagdsignale, richtig angewandt und verstanden, den Ablauf einer Jagd wesentlich beeinflussen und zu ihrer Sicherheit beitragen können. Auch heute noch im Zeitalter des Handys sind sie Mittel zur Verständigung bei der Jagd.

So wurden seit dem Bestehen der Bläsergruppe viele interessierte Jäger zum Jagdhornbläser ausgebildet.

Im 50. Gründungsjahr der Bläsergruppe des Jagdvereins Rheingau zählt die Bläsergruppe unter musikalischer Leitung der Hornistin Frau Annette Roos die nachfolgend genannten aktiven Bläserinnen und Bläser:

Karl-Heinz Bellarz, Karl Grundler, Corinna Höhn, Adam Hulbert sen., Siegfried Kirchner, Peter Kircheis, Annelotte Klärner, Christian Martin, Julia Meyer-Grünow,  Anna Oulik, Vladislav Oulik, Arne Pochert, Guillermo Regueiro, Günter Ries, Friedhelm Schreiner, Hella Strandboge, Tryggve Strandboge, Helmut Wagner, Jürgen Wiedenhöfer, Manfred Wilke, Jürgen Zenner.

Karl Grundler

im Februar 2018

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